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CubaPress
von Andreas Hadel
Ich gehöre auch zu den Menschen, die ihre Trainingseinheiten im heimischen Keller ausführen. Gelegentlich trainiere ich aber in Fitness-Studios oder in Vereinen, und das aus zwei ganz einfachen Gründen. Zum einem, weil man bei fast allen Studios einmal kostenlos trainieren darf und zum anderen versuche ich neue Eindrücke, Erkenntnisse oder Erfahrungen zu gewinnen.
Auf diesen Weg habe ich auch eine neue sehr effektive Übung kennen gelernt. Eine Übung, die Ihre Bankdrück-Leistungen in höhere Dimensionen verschieben könnte.
Ich suchte mir gerade eine ruhige Ecke im Studio, um PowerSnatch's auszuführen. Als ich einen Platz gefunden habe, bei den ich mir ohne Gefärdung anderer Studio-Mitglieder die Hantel über den Kopf schmeißen konnte, fiel mir ein Typ auf, der dabei war, 12 Wiederholungen auf der Schrägbank mit 220 kg zu bewältigen.
Für die Last, die er bewältigte, war der Kerl unwahrscheinlich "schmächtig", er brachte nur 110 kg auf die Waage, wie ich später im Gespräch erfahren sollte. Desweiteren fielen mir die sehr großen Schultern und Trizeps auf. Wäre er ein Bodybuilder gewesen, hätte er ein verdammt großes Problem mit seiner Symmetrie gehabt.
Während eines Trainings störe ich prinzpiell niemanden. Ich habe also mit meinem Training begonnen und abgewartet bis er mit seinem fertig sein würde.
Nach dem Schrägbankdrücken führte er noch 2 Sätze Dips bis zum Muskelversagen aus. Zum Abschluß
machte er eine Übung, die ich bis zu diesen Zeitpunkt noch nie gesehen hatte. Es war eine Mischung aus aufrechten Rudern und Frontdrücken.
Als er schließlich fertig war, fragte ich ihn ein wenig nach seinen Trainingsgewohnheiten aus.
Speziell diese letzte Übung machte mich neugierig. "Was war das für eine Abschlußübung ?", fragte ich. Er zuckte nur mit den Schultern und meinte, dass er den Namen dafür nicht kennen würde. Die Übung würde regelmäßig bei ihm zuhause in Kuba trainiert werden, nachdem man Bankdrücken absolviert hat. Er zeigte sie mir noch einmal :
Die Ausgangsposition entsprach der vom aufrechten Rudern. Dann zog er die Hantel auf Brusthöhe hoch. Nun drehte er seine Arme so, dass sich die Hantel in einem Bogen über seinen bewegte. Dieser Bewegungsabschnitt ist dem beim Schulterhorn-Heben sehr ähnlich. Dann drückte er die Hantel über seinen Kopf, bis die Arme gestreckt waren.
Eine wirklich faszinierende Übung mit sehr hohem Potential. Es ist offensichtlich, dass die komplette Schulterpartie beansprucht wird. Inklusive der sonst oft vernachläßigten Rotatoren.
Athleten, die ihre Schwachstelle in den Schultern sehen, sollten diese Übung unbedingt in ihr Trainingsprogramm integrieren ! Schon mehrfach habe ich diese Übung weiter empfohlen und die Resultate waren immer erstaunlich. Nach 4 Wochen Training war die mindeste Steigerung im Bankdrücken 8 kg und die höchste 15 kg. Natürlich kann man diese Übung nur mit relativ geringem Gewicht ausführen. Besonders der Mittelteil ist mit voller Hantelkontrolle auszuführen, um die Rotatoren optimal zu trainieren. Als Abschlußübung eingesetzt, hat sie bisher bei verschiedenen Athleten die besten Ergebnisse erzielt.
Ich habe ihm schließlich von PowerTraining erzählt, und dass ich diese Übung gerne vorstellen würde, "Aber wie soll ich sie nennen ?", fragt ich . "Nenne sie doch CubaPress.", meinte er und wurde dann richtig gesprächig. Dabei sprachen wir nicht nur über das Bankdrücken, sondern über fast alle Aspekte des Krafttrainings. So kamen verschiedene und sehr interessante Methoden der kubanischen Kraftsportler zum Vorschein. Doch dazu mehr in einer der nächsten PowerTraining-Ausgaben.
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